Jürgen Graalmann

Jürgen Graalmann – Geschäftsführender Gesellschafter

Der gebürtige Ostfriese Jürgen Graalmann ist Jahrgang 1968 und bereits seit 25 Jahren im Gesundheitswesen leidenschaftlich und gern aktiv. Vor seinem betriebswirtschaftlichen Studium am Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln absolvierte er ab 1989 eine Berufsausbildung in Leer. Er widmete sich früh Fragestellungen zur nachhaltigen Sicherung eines solidarisch finanzierten Gesundheitswesens und zum Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. So verfasste er seine Diplomarbeit bei Prof. Jürgen Wasem zum Thema Beitragsentlastungskomponenten in der privaten Krankenversicherung, die auch als Buch erschien, und war später Mitautor eines Gutachtens zu den Ursachen für den überproportionalen Anstieg der Gesundheitskosten im Alter für die Enquete-Kommission Demographischer Wandel des Deutschen Bundestages.

Jürgen Graalmann blieb nach Abschluss seines Studiums 1996 einige Jahre als Lehrbeauftragter am Institut in Köln, stieg zeitgleich bei der BARMER in Wuppertal ein und baute dort die gesundheitspolitische Grundsatzabteilung mit auf, beriet den Vorstandsvorsitzenden direkt als Referent und leitete bis 2006 die Gesundheitspolitik und Unternehmensentwicklung. Einfluss zu nehmen auf gesundheitspolitische Entwicklungen trieb ihn 2006 in die Leitung des Stabsbereichs Politik des AOK-Bundesverbandes verbunden mit einem Übersiedeln der Familie von Köln in die Hauptstadt. In dieser Position begleitete er unter anderem die Einführung von Gesundheitsfonds, Morbi-RSA, der Insolvenzfähigkeit der Kassen, sowie das Projekt Zukunft der AOK. Mit Entkörperschaftung und Umzug des AOK-Bundesverbandes nach Berlin übernahm er 2009 den stellvertretenden Vorsitz des geschäftsführenden Vorstandes und wurde 2011 Vorstandsvorsitzender.

Mit der Verantwortung für Politik und Markt repräsentierte er die AOK fast sieben Jahre als Gesicht und Stimme auf der Berliner Bühne und in den Medien. Als Gast in Talkshows wie Maybritt Illner oder Günther Jauch, der Initiierung des digitalen Präventionspreises AOK-Leonardo oder dem Engagement der AOK als nationaler Gesundheitspartner der Deutschen Handball-Nationalmannschaft suchte er das Image der AOK weiter zu stärken.

Gesundheitspolitisch engagiert sich Jürgen Graalmann für mehr Transparenz und eine stringentere Patienten- und Ergebnisorientierung im Gesundheitswesen: Das AMNOG definiert er als eines der zentralsten Reformvorhaben des letzten Jahrzehnts und mit den AOK-Faktenboxen initiierte er einen Beitrag zu einer verständlichen Patienteninformation. Besonders am Herzen liegt ihm eine Stärkung der Pflege, was 2014 auch zur Gründung des Deutschen Pflegetags führte, den er gemeinsam mit Harm van Maanen und Andreas Westerfellhaus initiierte.

Im Sommer 2015 legte Jürgen Graalmann sein Amt als Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes nieder, um sich dem Aufbau seiner Unternehmung „Die BrückenKöpfe“ zu widmen und damit im Kreis von sechs Persönlichkeiten als Gesellschafter, den notwendigen integrativen Geist der Akteure im Gesundheitswesen zu befördern.

„Ich möchte mit den BrückenKöpfen einen Beitrag dazu leisten, die Misstrauenskultur im Gesundheitswesen zu überwinden und mit meiner Vernetzung zwischen den Akteuren guten Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Wichtig ist mir, dass Patienten- und Ergebnisorientierung künftig eine stärkere Rolle spielen – das ist mein Maßstab.“