Brueckenkoepfe beim Deutschen Pflegetag 2016

Der Deutscher Pflegetag – mehr als eine Idee

In Allgemein, News by Jürgen Graalmann

Ist die Zahl 6.240 bereits ein Ausdruck für Erfolg? Mit einer Priese Stolz blicke ich auf den 3. Deutschen Pflegetag vom 10. bis 12. März 2016 in Berlin zurück. Als wir drei (Harm van Maanen, Andreas Westerfellhaus und ich) die Idee eines zentralen Events der Pflege bei einem guten Glas Rotwein und italienischem Essen im Jahr 2013 geboren hatten, war noch nicht absehbar, welche Entwicklung der Deutsche Pflegetag nehmen würde: Beim ersten Mal noch in einem Hotel an der Friedrichstraße durften wir 1.500 Besucher begrüßen – jetzt waren es in der STATION Berlin am Gleisdreieck mehr als 6.000 über die drei Tage, denen 70 Programmteile mit 170 Referenten geboten wurden. Das Ziel bei Gründung des Pflegetages war, eine eigene, zentrale Plattform für die mit 1,2 Millionen professionell Pflegenden größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen zu schaffen; und der Pflege damit das Selbstbewusstsein zu vermitteln, das sie an den Tag legen muss, um ihre berechtigten Interessen im „Haifischbecken“, wie Ulla Schmidt das Gesundheitswesen seinerzeit charakterisierte, durchzusetzen. Aber es sollte kein weiterer Baustein werden, die Gräben zwischen den Akteuren tiefer auszuheben, sondern ein Beitrag zu einem partnerschaftlichen Dialog. Daher hatten wir das Motto „Pflege stärken mit starken Partnern“ bewusst gewählt.

„Starke Pflege, mit starken Partner“ – Am Pflegetag 2016 noch erlebbarer als bisher.

Und 2016 hat mich persönlich gerade in diesem Punkt beeindruckt: Nicht nur eine begeisternde Rede von Andreas Westerfellhaus als Präsidenten des Deutschen Pflegerates, in denen er mit der generalistischen Ausbildung, dem Auf- und Ausbau der Pflegekammern bis zu einer Bundespflegekammer und den Chancen der Flüchtlingswelle und Migration für die Pflege die aktuellen Anforderungen der Pflege markierte, und leidenschaftliche Vorträge des Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege, Karl-Josef Laumann, und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, der die Schirmherrschaft des Deutschen Pflegetags übernommen hat, sondern auch und gerade die Positionierung der mitfinanzierenden Partner: Die Paul Hartmann AG verzichtete vollständig auf die Präsentation von Produkten, sondern positionierte sich an der Seite der Pflege mit klaren inhaltlichen Statements und einer Umfrage, mit Servier hat erstmals ein großes forschendes Pharmaunternehmen den Sprung gewagt, sich in diesem Kontext zu engagieren und Pflege als Zukunftsfeld definiert und die Unfallversicherung BGW hat nicht nur eine Studie zum Bild der Altenpflege in den Medien beauftragt, sondern eine Wanderausstellung Hidden Hereos vorgestellt. Dank gesagt habe ich bei der Eröffnungsmoderation auch meinem Nachfolger beim AOK-Bundesverband für sein nachdrückliches Bekenntnis der AOK zum Deutschen Pflegetag.

„Eine kraftvolle Demonstration der Pflege in Deutschland!“

Ein Gradmesser für die Wirkung einer Veranstaltung mit unseren Ansprüchen ist neben der Anzahl der Teilnehmer ohne Zweifel auch die mediale Aufmerksamkeit. Und diese war 2016 großartig: Ich ging am 10. März bereits morgens um 7 Uhr begleitet von einer ausführlichen Berichterstattung im ARD-MorgenMagazin zu einem Live-Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Pressekonferenz war gut besucht und auch Tagesschau und Tagesthemen berichteten ausführlich vom Deutschen Pflegetag und den politischen Positionierungen dort. Ganz besonders gefreut hat uns als Initiatoren aber die Rede des Bundesgesundheitsministers im Deutschen Bundestag eine Woche später, in der er den Pflegetag als eine „kraftvolle Demonstration“ für die Positionierung der Pflege in Deutschland gewürdigt hat!
Wir sind noch längst nicht am Ziel, haben aber mit dem Deutschen Pflegetag 2016 einen großen Schritt gemacht. Danke Harm und Andreas für das nunmehr jahrelange gemeinsame Streiten, das von Freundschaft und Vertrauen geprägt ist – sonst wären die intensiven inhaltlichen Diskussionen auch nicht in so konstruktive Bahnen zu lenken. Die BrückenKöpfe werden sich in der Geschäftsleitung des Deutschen Pflegetages weiter aktiv einbringen. Und Eckart hat sich auch dieses Jahr nicht nur in seinem Bühnen-Programm Wunderheiler wieder als Kämpfer für die Pflege geoutet, sondern auch wieder Präsenz auf dem Pflegetag vor Ort gezeigt.
Die Pflege braucht die gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung, die sie verdient! Ich freu mich auf den nächsten Deutschen Pflegetag vom 23.-25. März 2017 in Berlin, gedenke aber auch die über 300 Tage bis dahin, in dieser Sache zu nutzen!
Mehr unter www.deutscher-pflegetag.de